Das Staraufgebot 2012

Doppelweltmeisterin Miki Ando

Doppelweltmeisterin Miki Ando

 «Ich möchte besonders für Japan mein Bestes geben», hatte Miki Ando vor den Weltmeisterschaften 2011 gesagt. Wegen Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe mussten die Wettkämpfe damals von ihrer Heimat Tokio nach Moskau verlegt werden. Ihr Vorhaben hat die heute 24-Jährige in die Tat umgesetzt und glatt die Goldmedaille gewonnen, zum zweiten Mal nach der WM 2007. «Vielleicht konnte ich den Menschen daheim ein Lächeln zurückbringen», freute sich Ando, deren Fans trotz der Katastrophe zuhause sogar nach Moskau gereist waren.

 Insgesamt stand Ando damals fünf Dreifachsprünge. Hohe, sichere Sprünge sind ohnehin ihr Markenzeichen. Ando ist bislang die einzige Läuferin, die in einem Wettkampf einen Vierfach-Sprung (Salchow) gezeigt hat. Für eine Asiatin gilt sie als emotionsvoll, ihr Laufstil ist weich, und als Künstlerin wirkt sie elegant, reif und locker. 

Miki Ando ist in ihrem Land ein Superstar und hat eine Reihe von hochdotierten Werbeverträgen. 

Erst mit neun Jahren hat die Japanerin mit dem Eiskunstlauf begonnen, normal starten Eiskunstlaufkinder, die etwas werden wollen, mit 3 bis 4 Jahren. Trainiert wird Ando heute von einem Russen – Nikolai Morozow. Oft feilt sie in Moskau an Form und Fitness und sagt von der Stadt: «Sie ist wie eine zweite Heimat für mich.» 

Miki Ando im Video

Dreifachweltmeister Aljona Savchenko & Robin Szolkowy

Dreifachweltmeister Aljona Savchenko & Robin Szolkowy

 Mit der Kür ihres Lebens sind Aljona Savchenko und Robin Szolkowy 2011 in Moskau zum dritten Mal Paarlauf-Weltmeister geworden. Die Deutschen kamen bei den Weltmeisterschaften in Moskau mit ihrer Pink-Panther-Kür auf die inoffizielle Weltrekordzahl von 217,85 Punkten, es war der dritte WM-Titel nach 2008 und 2009 für die siebenmaligen deutschen Paarlauf-Meister. An den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver gewann das Paar die Bronzemedaille. Zudem holten sie sich an der EM in Bern ihren vierten EM-Titel. In Davos gehören sie schon zum Inventar. Heuer sind die beiden zum fünften Mal dabei. 

Das erste Mal trafen sich die kleine Blonde und der schmale Dunkle im Jahr 2000 bei der Junioren-Weltmeisterschaft. Aljona gewann mit ihrem Partner Morozov Gold für die Ukraine, Robin wurde mit Claudia Rauschenbach Zehnter. Er sagt heute: «Aljona lief damals in einer anderen Welt.» Im Sommer 2003 machten beide ihr erstes Probetraining beim früheren Paarlauf-Weltmeister Ingo Steuer in Chemnitz. Nur ein halbes Jahr später gewannen sie überlegen die Deutsche Meisterschaft 2004. Bei der EM 2005 (Vierte) und bei der anschliessenden WM in Moskau (Sechste) wurden sie international als «Paarlauf-Entdeckung der Saison» gefeiert. 

Aljona Savchenko & Robin Szolkowy im Video 

 

Europameister Tatiana Volosozhar & Maxim Trankov

Europameister Tatiana Volosozhar & Maxim Trankov

Die frisch gebackenen Europameister 2012 Tatiana Volosozhar & Maxim Trankov aus Russland sind heuer zum zweiten Mal in Davos dabei. Mit seiner früheren Partnerin Maria Mukhortova war der bärenstarke Maxim bereits 2008 Silbermedaillengewinner bei der EM, 2007 Russischer Meister und 2005 Juniorenweltmeister.

Weil Trankov ziemlich gross wurde, hatte ihm einst ein Trainer empfohlen, doch auf den Paarlauf zu setzen. Damals war Maxim elf Jahre alt. Heute erinnert er sich mit einem Schmunzeln an seine Antwort auf den Vorschlag des Trainers: «Ich habe zuerst nein gesagt, weil ich Angst hatte, ein Mädchen bei der Hand zu nehmen. Aber ich hab es versucht und mochte es.»

Tatiana Volosozhar hat bereits mit vier Jahren mit dem Eislaufen begonnen. In ihrer Trainingsklasse wollte man ihr zuerst keine rechte Chance geben. Sie sei übergewichtig, sagte man ihr. Doch sie hatte die Chance, sich innerhalb von drei Monaten zu beweisen, und die heute so zierliche Tatjana hat diese Chance genutzt. An der Eisgala Davos trat sie auch schon mit ihrem früheren Partner Stanislav Morozov auf. 

Das Siegervideo der EM 2012

Doppelweltmeister Stéphane Lambiel

Doppelweltmeister Stéphane Lambiel

 Als Stéphane Lambiel sieben Jahre alt war, sah er seine Schwester Silvia Eis laufen. Er war von dieser Kunst so fasziniert, dass er sich jeden Abend Eislaufvideos anschaute und in der Garage Sprünge übte. Einige Jahre später lernte er seinen langjährigen Trainer Peter Grütter und seine Choreographin Salomé Brunner kennen. 

Lambiels Aufstieg in die Weltelite begann 2002, als er an der EM Vierter wurde. 2005 gewann er in Moskau seinen ersten Weltmeistertitel. Ein knappes Jahr später erfüllte sich der sympathische Walliser mit der Silbermedaille an den Olympischen Winterspielen in Turin einen Kindheitstraum. Einen Monat später bestätigte er seinen Platz an der Weltspitze, indem er in Calgary ein zweites Mal den Weltmeistertitel holte. Nach einer kurzen Pause kehrte Stéphane für die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver in den Wettkampfsport zurück. Als Vierter verpasste er den erneuten Gewinn einer Olympiamedaille nur knapp. 

Nach den Spielen ist Lambiel ins Profilager gewechselt. Jetzt geht es für ihn nicht mehr um Sieg oder Niederlage, sondern darum, «die Menschen in seinen Bann zu ziehen und sie emotional zu berühren», wie er in einem Interview einmal sagte. 

Showstar Stéphane Lambiel 

Europameisterin Sarah Meier (Schweizer Sportlerin des Jahres 2011)

Europameisterin Sarah Meier (Schweizer Sportlerin des Jahres 2011)

Das Jahr 2011 war das Jahr der Sarah Meier. Es begann mit dem EM-Sieg am 29. Januar und endete mit dem Titel «Sportlerin des Jahres» am 11. Dezember.  «Ich glaube, dass ich immer noch am träumen bin», sagte die 28-Jährige bei der Verleihung. Nach ihrem fulminanten und tränenreichen Titelgewinn vor heimischem Publikum an der EM in Bern hatte Sarah Meier ihre Wettkampfkarriere beendet.

Die geborene Bülacherin wohnt seit Sommer 2010 in Zürich. Seit ihrem glanzvollen Karriere-Ende ist Sarah besonders in Asien und Europa für Shows gut gebucht. Weitsichtig studiert sie Sportmanagement an der ZHAW in Winterthur und geniesst ihre neue Freiheit auf Kufen – ohne Wettkampf-Regeln und Punkterichter. 

Im Alter von zwei Jahren wagte sich Sarah das erste Mal aufs Eis. Nach dem Besuch eines Kinderkurses fing sie als Fünfjährige an, Privat-Lektionen zu nehmen. Mit zehn Jahren stand sie den ersten Doppelaxel, als Zwölfjährige den ersten Dreifach-Lutz und mit 13 beherrschte sie alle Dreifachsprünge im Training. 

Sarah Meiers Goldkür und Ihre Auszeichnung zur Sportlerin des Jahres

Vize-Europameister Artur Gatschinski

Vize-Europameister Artur Gatschinski

Eine Sensation ist dem erst 18-Jährigen an der Europameisterschaft 2012 im englischen Sheffield gelungen. Im Kurzprogramm schlug der Athlet mit seiner unglaublichen Sprungkraft Eiskunstlauflegende und Olympiasieger Evgeni Plushenko. Als einziger Teilnehmer zeigte Gatschinski drei saubere Vierfachsprünge und gewann am Ende hinter Plushenko die Silbermedaille.

 Im Alter von neun Jahren zog der Russe von Moskau nach Sankt Petersburg, um bei Star-Trainer Alexei Mischin trainieren zu können. 2011 wurde Gatschinski bereits russischer Vizemeister. Bei seinem Europameisterschaftsdebüt belegte er in Bern den fünften Platz. An seiner ersten Weltmeisterschaft im April 2011 gewann er 17-jährig die Bronzemedaille. Dies war zuletzt Evan Lysacek bei der Weltmeisterschaft 2005 gelungen. Auch an den russischen Meisterschaften 2012 wurde Gatschinski Vizemeister hinter Evgeni Plushenko. 

EM-Dritte Elena Ilinykh & Nikita Katsalapov (Eistanz)

EM-Dritte Elena Ilinykh & Nikita Katsalapov (Eistanz)

Die hübschen Eistänzer Elena Ilinykh & Nikita Katsalapov aus Russland haben soeben Bronze an der EM im englischen Sheffield gewonnen. Sie werden in ihrem Land als Favoriten für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi gehandelt.  

Im Jahr 2005 haben sie zusammen ein Trainingslager bei Alexander Zhulin besucht, der schon Tatiana Navka und Roman Kostomarov zu Olympischem Gold geführt hatte. Doch anstatt sich inspiriert zu fühlen, trennten sich die beiden kurz danach. «Wir waren zu jung um zu verstehen, was Partnerschaft bedeutet», sagt Ilinykh heute. «Wir haben überhaupt nicht kapiert, dass man miteinander sprechen muss, um einen Kompromiss zu finden. Wir haben ständig gestritten. Das ging gar nicht.» Zum Glück gaben sie ihrer Partnerschaft 2008 eine zweite Chance. Denn prompt wurden sie bei den Crystal Ice Awards in Moskau 2010 zur Entdeckung des Jahres ausgerufen. Bei ihrer Premiere in Davos werden sich die Zuschauer davon überzeugen können, dass den beiden eine grosse Eistanzzukunft bevorsteht. 

Elena und Nikita bei Youtube

Jugend-Olympiasiegerin Elizaveta Tuktamisheva

Jugend-Olympiasiegerin Elizaveta Tuktamisheva

Neu gemeldet für die Eisgala Davos ist Elizaveta Tuktamisheva aus dem Eiskunstlauf-Mekka Russland. Sie gilt als «Wunderkind des Eiskunstlaufs» und gewinnt derzeit alles, was man als 15-Jährige nur so gewinnen kann. Die Jugend-Olympiasiegerin 2012 ist technisch bereits auf internationalem Spitzenniveau. Die zierliche Tuktamisheva nahm in der aktuellen Saison an zwei Senior-Grands Prix teil und gewann auf Anhieb beide – gegen die gesamte Weltelite des Damen-Eiskunstlaufs. Ein Doppel-Coup, der noch keiner Eiskunstläuferin vor ihr gelungen ist. 

 

Deutsche Meister Nelli Zhiganshina & Alexander Gaszi (Eistanz)

Deutsche Meister Nelli Zhiganshina & Alexander Gaszi (Eistanz)

«Bei den ersten gemeinsamen Schritten auf dem Eis fühlte ich, das ist mein Partner», sagte Nelli einmal in einem Interview über ihren Tanzpartner Alex. «Wir passten zueinander wie zwei Puzzleteile.» 

Am 7. Januar 2012 sind die deutschen Eistänzer zum zweiten Mal deutsche Meister geworden. Mit ihrem Auftritt als Romeo und Julia sorgten die Wahl-Oberstdorfer für ein Leuchten in den Augen der Zuschauer und tanzten ihrem Titel scheinbar mühelos entgegen. Jetzt wartet die EM in Sheffield auf die beiden Nachwuchstalente mit den deutsch-ungarisch-russischen Wurzeln. Aber das ganz grosse Ziel heisst natürlich Olympiateilnahme in Sotschi 2014.

Nelli & Alex versprühen eine unglaubliche Power auf dem Eis. Sie lieben ausgefallene Kostüme, erzählen mit ihren Darbietungen gerne Geschichten und arbeiten fleissig daran, den Eistanz modern zu interpretieren. 

Nelli & Alex auf Facebook.

Eis-Clowns Vladimir Besedin & Alexei

Eis-Clowns Vladimir Besedin & Alexei

Wenn sie aufs Eis taumeln, wird es lustig. Ob als frustrierte Eisprinzessinnen oder bärenstarke Hockeyspieler, ob aufeinander oder kopfüber – die beiden Tollpatsche schaffen es trotz zahlreicher Verrenkungen, immer wieder auf den Füssen zu landen. Was dem Publikum die Tränen in die Augen treibt, ist in Wahrheit aber echte Artistik und steht eindeutig unter der Überschrift: Bitte nicht nachmachen.

Eis-Breakdancer Gev Manoukian

Eis-Breakdancer Gev Manoukian

Breakdance on Ice – das hat die Eislaufwelt noch nicht gesehen. Gev Manoukian – bekannt aus der US-TV-Tanzshow «So you think you can dance» – macht mit seinem Körper Dinge, die selbst einen gestandenen Ballettänzer beeindrucken würden. Der Kasache gehört in seiner heutigen Heimat USA zu den gefragtesten Hip-Hoper-Tänzern. 2010 performte er bei den American Music Awards an der Seite von Pink.

Gev im Video

Und auf Eis

Showstar Emanuel Sandhu

Showstar Emanuel Sandhu

Er tanzt, singt, modelt und bereichert Shows wie «Opera on Ice» in Verona mit seinen vielen Talenten. Der dreifache kanadische Eiskunstlaufmeister Emanuel Sandhu ist auch für die Eigala Davos ein Gewinn. Immerhin ist er es, der auf allen Eisgala-Werbemitteln ganz in rot-schwarzem Glitzerkostüm Modell steht.

Aktiv an Wettkämpfen nimmt der 30-Jährige nicht mehr teil. Dass er aber immer noch sehr gefragt ist, kann man zum Beispiel hier nachlesen.

Moderatorin Christa Rigozzi

Moderatorin Christa Rigozzi

Mit Moderationen hat die Miss Schweiz 2006 ja bereits Erfahrung. Nicht zuletzt dank ihres Charmes ist die Doku-Soap «Bauer, ledig, sucht» ein solcher Erfolg. An der Eisgala Davos wird die 28-jährige Tessinerin sich erstmals aufs Glatteis begeben und unterhaltsam durch einen zauberhaften Abend führen. Auch bei der Modeschau am After-Show-Anlass «Eisgala-Nightcap» mit Lisbeth Egli spielt die schöne Blonde eine entscheidende Rolle. 

Christa Rigozzi und die Schlittschuhe

DJ Tanja La Croix

DJ Tanja La Croix

House- und Electro-DJ Tanja La Croix hat an der Eisgala Davos ihre besten Beats im Gepäck. Sie ist der Top-Act der Eisgala Disco-Night. Die St. Gallerin – die sich auch als Fotomodel in den In-Metropolen dieser Welt bewegt – gehört zu den gefragtesten DJs der Szene. Sie spielt ihre berühmten House-Sets in den angesagtesten Clubs der Welt von Shanghai über Beirut, Monaco, Moskau biszu den legendären Partyinseln Mykonos und Ibiza. In sechs Jahren hat sie es geschafft, sich international als Produzentin und DJ einen Namen zu machen. Im Jahr 2010 war Sie die offizielle Botschafterin der Street Parade, mixte die offizielle Street Parade Compilation und spielte auf ihrem eigenen Love Mobile sowie der Hauptbühne. Im Jahr 2011 wurde sie beim Swiss Nightlife Award mit dem DJ-Publikumspreis ausgezeichnet.

Tanja La Croix im Interview

 
 
 
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